Bochum wird tatsächlich Sitz des neuen Max-Planck-Instituts (MPI) für Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat heute (3.5.) den Plänen zur Einrichtung des Instituts in Bochum zugestimmt, teilte das NRW-Wissenschaftsministerium in Düsseldorf mit und damit entschieden, das Institut in die Förderung durch Bund und Länder aufzunehmen. Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hatte bereits im November 2018 die Gründung beschlossen.

 

Schwerpunkt des neuen MPI wird die Grundlagenforschung auf internationalem Spitzenniveau zu Cybersicherheit, Kryptografie, IT-Systemsicherheit sowie zu rechtlichen, ökonomischen und sozialen Aspekten von Sicherheit und Privatsphäre sein. Das Institut soll im Endausbau über sechs Abteilungen und zwölf Forschungsgruppen verfügen. Der jährliche Betriebshaushalt ist mit rund 20 Millionen Euro veranschlagt.

 

Gründungsdirektoren und ihre Aufgaben

Mit Gilles Barthe, der zuvor am Institute for Advanced Studies in Software Development Technologies in Madrid forschte und Christof Paar, Professor an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), hat die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) bereits zwei Gründungsdirektoren gewinnen können. Über eine dritte Berufung wird nach Auskunft der MPG derzeit verhandelt. Die Forscher werden nicht nur kryptische Verfahren für neue Software-Anwendungen etwa in der Cloud, im Internet der Dinge (IoT) und eingebetteten Systemen, also Computern in Fahrzeugen oder Haushaltsgeräten, entwickeln. Ihnen steht auch die Aufgabe zu, grundlegende Fragen zu klären, wie der Datenschutz mit dem fortwährenden Wandel in der IT-Welt Schritt halten kann. Die Forscher den neuen MPIs werden auch der Frage nachgehen, wie sich gesellschaftliche Teilhabe und die prozesse politischer Meinungsbildung veränderen, wenn Algorithmen immer mehr Entscheidungen treffen, zum Beispiel über Informationrn, die über soziale Netzwerke verbreitet werden. (ik)