Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Köln (SWK) hat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag (28.9.) den früheren NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (50/SPD) zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Harald Kraus,  der seit dem 9. Juli das Gremium interimistisch geleitet hatte, wurde als Betriebsratsvorsitzender der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und Vertreter der Arbeitnehmer zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Am Vortag (27.9.) war Garrelt Duin vom Rat der Stadt Köln in den Aufsichtsrat entsandt worden, nachdem SPD-Vertreter Michael Paetzold den Platz freigemacht hatte. "Ich weiß, dass ich dieses Mandat in einer besonderen Situation des Aufsichtsgremiums übernehme und werde meine bisherige berufliche und politische Erfahrung in diese Aufgabe einbringen", erklärte Duin nach seiner Wahl. Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers habe Duin "dem Vernehmen nach" 19 von 20 möglichen Stimmen erhalten.

Garrelt Duin ist seit März 2018 im Thyssenkrupp-Konzern tätig. Der gebürtige Niedersachse und Jurist arbeitet dort als Personalchef für vier Geschäftseinheiten in der Anlagenbausparte Industrial Solutions mit Sitz in Dortmund.

Rückblick

Vor Harald Kraus war Martin Börschel (SPD) Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Köln. Börschel gab im April dieses Jahres nicht nur diese Position ab, um neuer hauptamtlicher Chef der Stadtwerke zu werden. Da diese hochdotierte Stelle von dem für Personalangelegenheiten "Ständigen Ausschuss" des SWK-Aufsichtsrats initiiert worden war, ohne dass die Stelle öffentlich ausgeschrieben werden sollte, wird in der Öffentlichkeit vom "Hinterzimmer-Deal" und "Kölner Klüngel" gesprochen. Ob die neue geschaffene Position eines SKW-Geschäftsführers überhaupt sinnvoll und notwendig ist, soll geprüft werden. Die sachliche und transparente Prüfung dieser Position versprach auch Garrelt Duin anlässlich seiner Wahl zum neuen SWK-Aufsichtsratsvorsitzenden. (ik)

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