difuWie hoch ist der Investitionsbedarf der Kommunen in eine altersgerechte Infrastruktur? Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der KfW Bankengruppe erstmals konkrete Zahlen zusammengetragen und einen Investitionsbedarf von über 53 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 ermittelt. Laut empirischer Difu-Studie ist der Investitionsbedarf bei Wohngebäuden, dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie bei Straßen und dem Wohnumfeld mit insgesamt rund 50 Milliarden Euro anzusetzen. Die restlichen knapp vier Milliarden Euro würden für Sportstätten, Verwaltungsgebäude oder Kultureinrichtungen benötigt. 2030 wird ein Drittel der Bevölkerung älter als 65 Jahre alt sein. Laut Umfrage sind bisher nur 63 Prozent der Zugänge des ÖPNVs barrierefrei, bei Straßen und Wohnumfeld 50 Prozent und bei den Gebäuden 20 Prozent. Als Hauptgrund für den Nachholbedarf hätten die Kommunalvertreter fehlende finanzielle Mittel genannt.

(Graphik: difu)

DSC_2340Wenn es um ihre Mitsprache geht, dann wünschen sich 89 Prozent der Bürger mehr Möglichkeiten. Sollten neue Stromtrassen, Kraftwerke oder Straßen geplant werden, bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung sehen nahezu zwei Drittel der Bürger die Behörden in der Pflicht, eine deutlich aktivere Informationspolitik zu betreiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle (August 2012) repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die auf einer Fachkonferenz der Stiftung gestern in Berlin vorgestellt worden ist.