Klimawandel, stark schwankende Wetterlagen, kurzfristig erhöhte Niederschlagsmengen. Die kommunale Wasserwirtschaft soll mit den Herausforderungen kommender Unwetterlagen besser zurechtkommen und ihre Abwasserinfrastruktur entsprechend bemessen können. "Kommunal 4.0" heißt das Stichwort zur Digitalisierung der Wasserwirtschaft. Das Bundeswirtschaftsministerium setzte heute (24.7.) in Meschede (Sauerland/NRW) einen Meilenstein.

Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) geförderten Projekts "Kommunal 4.0" wird eine branchenspezifische Daten- und Service-Plattform entwickelt. HIer sollen die vorhandenen Datenbestände der einzelnen Wasserbetriebe verknüpft und übergreifend zugänglich gemacht werden.

Kommunale Ver- und Entsorgungsanlagen werden in der Regel über einen langen Zeithorizont geplant und bemessen. Wichtigste Maßstäbe sind die Bevölkerungsentwicklung, Annahmen zur Industriealisierung und Klimaeinflüsse zur Niederschlagsentwicklung. Die komplexe Datenerfassung und -auswertung soll zukünftig helfen, über eine Vernetzungsstrategie die dezentralen Anlagen schneller und flexibler an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen.

Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi, hat heute (24.7.) bei einem Besuch der HST Systemtechnik für die Wasserver- und entsorgung in Meschede (Sauerland/NRW) den Startschuss für eine Studie gegeben, die untersuchen soll, wie stark die kommunale Wasserwirtschaft in Deutschland bereits digitalisiert ist. Gleichzeitig werden über diese Studie die Anforderungen der Wasser- und Abwasserbetriebe an die neue Plattform erfasst.

Smart Service Welt

Das Projekt „Kommunal 4.0“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderprogramms "Smart Service Welt" mit rund drei Millionen Euro gefördert. Neben der HST Systemtechnik (Meschede) arbeiten die Pegasys GmbH (Meschede), Südwasser GmbH (Erlangen) sowie die drei Wissenschaftspartner ifak e.V. (Magdeburg), GECOC der Technischen Hochschule Köln sowie die IEEM gGmbH (Witten/Herdecke) an dem Projekt mit. Eine Erprobung der Plattform ist unter anderem in den Kommunen Siegen, Schwäbisch-Gmünd, Ingolstadt, Öhringen und Heeseberg geplant. (ik)