Wenn Ende 2020 die ersten Windeenergieanlagen nicht mehr unter die Fördermaßnahmen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) fallen, müsste auch über deren Rückbau nachgedacht werden, wenn diese technisch oder wirtschaftlich nicht weiterbetrieben werden können. Das Umweltbundesamt (UBA) hat deshalb in einem umfangreichen Forschungsprojekt den Stand der Technik untersuchen lassen, Recyclingmengen berechnet und die Finanzierung betrachtet.

 

Laut UBA stehen derzeit mehr als 27.000 Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland. Die just Anfang November veröffentlichte Studie zeigt drohende Engpässe auf, sollten ab 2021 vermehrt Anlagen abgebaut werden müssen. Diese bestünden in erster Linie bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter. In diesem Segment rechnet das UBA ab 2024 mit maximal gut 70.000 Tonnen Abfallgut pro Jahr. Bislange gäbe es aber nur eine einzige Verwertungsanlage für GFK/CFK-Abfälle in Deutschland. Die Vielzahl der unterschiedlichen Anlagenmodelle und -standorte mache es unmöglich, ein einziges und einheitliches Konzept für den Rückbau zu erarbeiten. Auch die finanziellen Rückstellungen der Betreiber für Rückbaumaßnahmen halten die Autoren der Studie für nicht ausreichend. Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, forderte deshalb von Bund und Ländern zügig Leitlinien für den Rückbau von Windenergieanlagen zu erarbeiten. (ik)