Die Kraftwerke der Steag waren im vergangenen Jahr weniger gefragt. Drei Kraftwerksblöcke sind endgültig stillgelegt worden. Die Auswirkungen auf die Bilanz des Essener Energieversorgers sind sichtbar: Der Umsatz ist 2018 von 3,6 auf 2,9 Milliarden Euro gesunken. Der Konzerngewinn bleibt mit 12,7 Millionen Euro positiv, im Vergleich zu 2017 aber rückläufig, teilte die Steag kürzlich auf ihrer Bilanzpressekonferenz mit.

 

Die Geschäftsführung der Steag wertete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dennoch positiv, da zu Beginn des Geschäftsjahres noch ein Rückgang von 30 Prozent prognostiziert worden war, der jetzt aber "nur" bei 19 Prozent gelegen habe. Dieses "gute Ergebnis" wird dem Auslandsgeschäft zugeschrieben, dessen Anteil am EBIT des Konzerns im vergangenen Jahr bei 57 Prozent lag. Die Steag betreibt neben Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien, eigene Steinkohlekraftwerke in Kolumbien, auf den Philippinen und in der Türkei. Von den konzernweit insgesamt 6.575 Mitarbeitern (Stand Dezember 2018) arbeiten knapp die Hälfte im Ausland.

Die kommunalen Eigentümer stünden uneingeschränkt hinter dem Auslandsengagement der Steag, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Guntram Pehlke, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke AG. Auch der Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, sieht das Unternehmen mit der "richtigen Strategie" auf dem Weg, den Kohleausstieg in Deutschland zu meistern. So ist für das Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzanstieg auf gut drei Milliarden Euro prognostiziert. Das EBIT soll gegenüber 2018 um bis zu 25 Prozent verbessert werden. Darüber hinaus kündigte die Geschäftsführung Investitionen in Höhe von 230 Millionen Euro an.

 

Kommunale Eigentümer

Die Steag führte wie bereits im Vorjahr 45 Millionen Euro an ihre Gesellschafterin, die Kommunale Beteiligungsgesellschaft KSBG, ab. 2010 hatten die Ruhrgebietsstädte Dortmund, Essen, Bochum, Oberhausen, Duisburg und Dinslaken über ihre Stadtwerke den Energieversorger Steag für 1,2 Milliarden Euro in zwei Schritten gekauft und dafür entsprechend hohe Kredite aufgenommen. Die Ausschüttung dient den Stadtwerken zur Schuldentilgung. Zusätzliche Gewinne waren bisher nicht zu verbuchen. (ik)