Die Europäische Kommission hat zur Beurteilung der geplanten Übernahme von Innogy durch Eon eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Die Kommission hat Bedenken, dass das Vorhaben in mehreren Mitgliedsstaaten den Wettbewerb im Strom- und Gashandel beeinträchtigen könnte.

 

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte heute (7.3.) in Brüssel, Privat- und Geschäftskunden in Europa müssten Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen beziehen können. Deshalb werde "eine vertiefte Prüfung" nach der EU Fusionskontrollverordnung eingeleitet. Diese Prüfung solle gewährleisten, dass die Übernahme von Innogy durch Eon hinreichenden Wettbewerb biete und keine Preiserhöhungen zur Folge habe.

 

Wettbewerbsbedenken

Die Vorprüfung der Kommission habe gezeigt, dass die Beteiligten auf mehreren Einzelhandelsmärkten in Deutschland, Tschechien, der Slowakischen Republik und in Ungarn auf nationaler und regionaler Ebene zusammen eine Starke Stellung innehätten. Durch die geplante Übernahme falle ein wichtiger Wettbewerber weg. Deshalb hat die Kommission Bedenken, dass der verbleibende Wettbewerbsdruck nicht ausreichen wird, die Marktmacht des neu entstehenden Unternehmens zu beschränken. Preiserhöhungen für die Verbraucher könnten die Folge sein.

Die Kommission muss bis zum 23. Juli 2019 einen Beschluss fassen.

 

Teil der Transaktion ist schon genehmigt

Eon und RWE als Konzernmutter von Innogy sind beides Energieunternehmen, die auf allen Stufen der Strom- und Gasversorgungskette tätig sind (Erzeugung, Großhandel, Verteilung und Einzelhandel). Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Chef Martin Schmitz hatten vor einem Jahr angekündigt, die Energiewirtschaft neu ordnen zu wollen und die die bisherige RWE-Tochter Innogy unter sich aufzuteilen. Durch die Verschiebung der Vermögenswerte wird Eon seinen geschäftlichen Schwerpunkt auf die Netze und den Vertrieb mit Strom und Gas legen. RWE wird dagegen in erster Linie auf den vorgelagerten Märkten für Stromerzeugung und -großhandel tätig sein und dabei die erneuerbaren Energien sowohl von Innogy als auch von Eon bekommen.

Ende Februar 2019 hatte die EU-Kommission die Übernahme der Eon-Kraftwerke und -Anlagen durch RWE genehmigt. Der geplanten Minderheitsheitsbeteiligung von RWE (16,67 Prozent) an Eon stimmte sie ebenfalls zu. Das für die Prüfung des Einstiegs von RWE bei Eon zuständige Bundeskartellamt hatte ebenfalls "keine kartellrechtlichen Einwände" und zugestimmt. (ik)