In der Energiebranche wird die geplante Fusion von Eon, RWE und Innogy weiterhin kritisch beäugt. So hat sich kürzlich auch der bundesweite Strom- und Gasanbieter Lekker Energie deutlich gegen das Zusammenschlussvorhaben in der geplanten Form sowohl gegenüber der EU-Kommission als auch gegenüber dem Bundeskartellamt ausgesprochen.

 

Würde das Vorhaben so genehmigt, stünde zu befürchten, dass die neue Eon ihre Vertriebsmacht ausnutzen könnte, um den Markt zu Lasten von kleineren Energieunternehmen einzuschränken. 21 Jahre nach der Liberalisierung des Energiemarktes wäre dies ein herber Rückschlag für den Wettbewerb, erklärte Josef Thomas Sepp, Sprecher der Geschäftsführung von Lekker Energie. Er forderte vorsorglich, dass bei einer Zustimmung von EU-Kommission und Bundeskartellamt mindestens die Beteiligungen an den überregionalen Marken "Eprimo" (Tochterunternehmen von  Innogy mit Sitz in Neu-Isenburg) und "E wie einfach" (Tochterunternehmen von Eon mit Sitz in Köln) wegen einer drohenden Marktmacht auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

 

Rückblick

Die Lekker Energie GmbH ist nur aufgrund einer Entscheidung der EU-Kommission noch als Wettbewerber am Energiemarkt tätig. 2009 hatte die Kommission der Übernahme der niederländischen Nuon Energy durch die schwedische Vattenfall nur unter der Auflage zugestimmt, dass die damalige Nuon Deutschland GmbH mit ihren Berliner und Hamburger Haushaltskunden an einen dritten Wettbewerber zu veräußern sei. Begründung war damals die marktbeherrschende Stellung von Vattenfall auf diesen regionalen Märkten. "Was damals Recht war, muss auch heute gelten", erklärt Josef Thomas Sepp.

 

2010 ist die Nuon Deutschland GmbH an die Enervie-Gruppe verkauft worden und firmiert seitdem unter dem Namen Lekker Energie GmbH. Seit 2013 ist Lekker eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Krefeld (SWK) und beliefert bundesweit über 320.000 Haushaltskunden mit Energie. (ik)