P1010702In der Auseinandersetzung um das neue deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) haben führende deutsche Wirtschaftsverbände die Europäische Kommission um Unterstützung gebeten. Das KrWG dränge private Recyclingunternehmen vom Markt und schaffe ein Monopol für die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Gewerbliche Sammlungen könnten demnächst zum eigenen Vorteil der öffentlich-rechtlichen Entsorger untersagt werden. Diese Möglichkeit der Monopolisierung verdränge die gewerbliche Sammlung privater Unternehmen.

(Foto: rc)

Scannen0005kozanakDer Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hat die 396 Kommunen des Landes zu ihren Abfall- und Abwassergebühren befragt und stellt fest, dass die Städte und Gemeinden zwar Möglichkeiten hätten die finanzielle Belastung zu Gunsten ihrer Bürger zu senken, aber diese nur selten nutzten. In dem mittlerweile 21. Vergleich der Abfall- und Abwassergebühren hat der Steuerzahlerbund NRW erstmalig das Thema "Mindestrestmüllvolumen" unter die Lupe genommen. Ergebnis: Lediglich 71 Kommunen verzichteten darauf, ein Restvolumen pro Woche und Person in ihrer Abfallsatzung festzulegen. Die Größenordnung der festgelegten Mindestrestmüllvolumina zeige eine erhebliche Spannweite. In Horn Bad-Meinberg liege diese bei knapp vier Litern pro Person und Woche gegenüber rund 40 Litern in Mülheim an der Ruhr. (Foto: rc)

P1010702Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT (Oberhausen) und die BKV Plattform für Kunststoff und Verwertung (Frankfurt am Main) widmen sich in Form eines Kolloquiums am 5. und 6. September 2012 im Krefelder Stadtwaldhaus der Frage, was Abfallverwertung mit Qualität zu tun hat und ob der deutsche Weg im Vergleich der beste des Sammelns und Verwertens sei. Unter der Überschrift "Zukunft Kunststoff-Verwertung 2012" sind Experten und Praktiker aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz eingeladen, um Fragen wie diese zu diskutieren: Welche Bedeutung erlangt die Qualität mit Blick auf die Wertstofftonne? Achten alle Akteure darauf, was Kunden und Markt fordern?

(Foto: rc)

P1010863_2kozanakDas statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat kürzlich Zahlen aus dem Jahr 2010 zu kommunalen Abfällen und deren Behandlungsmethoden innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten veröffentlicht. Danach variiert das Aufkommen kommunaler Abfälle deutlich (Zypern: 760 kg/Person; Lettland: 304 kg/Person; Deutschland: 583 kg/Person) sowie sich die Behandlungsmethoden deutlich unterscheiden. Am häufigsten verbreitet war Recycling in Deutschland (45 %). Die höchsten Anteile der Verbrennung kommunaler Abfälle wurden in Dänemark (54 %) und Schweden (49 %) verzeichnet. Vergleich Deutschland: 38 %.

(Foto: rc)

kommunal_001kozanakrcAm 1. Juni 2012 tritt das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft. Das Gesetz sieht ab 2015 die getrennte Erfassung von Glas-, Metall-, Papier-, Kunststoff- und Bioabfällen vor. Ab 2020 soll eine vorgeschriebene Recyclingquote von 65 Prozent erreicht sein. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) wertet das neue Gesetz positiv, da es das "Rosinenpicken von Wertstoffen aus Haushaltsabfällen" auch zukünftig erschwere. Die Bedenken, das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz sei nicht mit dem europäischen Recht vereinbar, hält der VKU für unbegründet. Dem hält der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) entgegen, dass zum heutigen Zeitpunkt der Europäischen Kommission in Brüssel Beschwerden von fünf Wirtschaftsverbänden und sechs Umweltverbänden vorlägen, darunter zwei des BDE. Peter Kurth, Präsident des BDE, erklärte dazu heute in Berlin, dass die "klare europäische Intention der Abfallrahmenrichtlinie" nicht umgesetzt worden sei.

(Foto: rc)