Die Deutsche Energie-Agentur (dena) macht darauf aufmerksam, dass Hersteller, Autohändler und Leasingunternehmen ab sofort neue Kraftstoffpreise bei der Erstellung des Pkw-Labels benutzen können. Vergleichbar dem Label für Haushaltsgeräte, gibt das Pkw-Label Autokäufern zu erkennen, wie effizient das neue Fahrzeug ist. Wer aktuell einen Neuwagen kaufen möchte, muss allerdings erst einmal abklären, ob das gewünscht Modell überhaupt lieferbar ist.

Die Preise werden jedes Jahr zum 30. Juni vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) an die aktuelle Preisentwicklung angepasst. Interessierte Verbrauche können das Label online erstellen. Die "Informationsplattfrom Pkw-Label" ist eine Initiative der dena und wird vom BMWi gefördert. Nach einer dreimonatigen Übergangsfrist wird laut dena die Verwendung der neuen Kraftstoffpreise ab dem 1. Oktober 2018 zur Pflicht. 

Mit neuem Testverfahren steigt der Prüfaufwand 

Die Automobilindustrie vollzieht allerdings gerade den Umstellungsprozess auf das neue Prüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Ligth Duty Vehicles Test Prodedure) der europäischen Union, das nach dem Abgasskandal Ende Juli 2017 in Kraft getreten ist. Das neue Verfahren soll die Lücke zwischen den offiziellen Herstellerangaben und den tatsächlichen Verbrauchs- und Emissionswerten auf der Straße vermindern. WLTP ersetzt bei den Labortestverfahren den bisherigen "Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ).

Die Automobilhersteller sind gefordert, denn sie müssen aktuell jede mögliche Konfiguration messen. Alle Sonderausstattungen, ob Schiebedach oder Anhängerkupplung verändern Gewicht und Aerodynamik des Fahrzeugs und somit auch den Kraftstoffverbrauch und die Emissionswerte. Für die Hersteller bedeutet das im Klartext, dass Zusatzausstattungen für jede Motor-Getriebe-Kombination zertifiziert werden müssen. Audi, BMW, VW und Porsche haben bereits bestimmte Modelle aus dem Programm genommen. Prüfstände sind derzeit ein knappes Gut. (ik)