Ende Februar 2019 wird Boris Schucht (Foto) seine Tätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsführung  des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz aufgeben. Schucht wechselt von Berlin nach London in die Industrie der Kernbrennstoffe. Dort wird er im Mai 2019 als CEO in den Vorstand von Urenco Limited berufen. Er folgt Thomas Haeberle, der dann sein Amt als Chief Executive Officer (CEO) niederlegt.

 

Der studierte Elektrotechniker leitet seit 2010 den ostdeutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit Sitz in Berlin. Zuvor war Schucht fünf Jahre lang Geschäftsführer der Vattenfall Europe Venture GmbH, stellvertretender Bereichsleiter der Unternehmensentwicklung bei der Vattenfall Europe AG sowie Mitglied des Vorstandes des regionalen Energieversorgers Wemag AG (Schwerin). Das energiepolitische Engagement von Schucht spiegelt sich in der Präsens als Präsidiumsmitglied des Weltenergierats Deutschland ebenso wider, wie in seiner Mitarbeit als Ratsmitglied des Denk- und Politlabors "Agora Energiewende". 2017 erhielt er die Auszeichnung "Energiemanager des Jahres" für seinen engagierten, ideologiefreien Netzausbau zur Integration von Ökostrom in das Übertragungsnetz.

 

Neue Herausforderungen

"Für 50Hertz beginnt nach den Anteilsübergängen in diesem Jahr eine neue Phase. Für mich ist es der richtige Zeitpunkt, den Staffelstab weiterzugeben", kommentierte Schucht Ende des vergangenen Jahres seinen Entschluss, sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen zu wollen. Dass Schucht diese Herausforderungen in der Atomwirtschaft sucht, ist in den Medien als Überraschung wahrgenommen worden. Galt der Netzmanager doch als Protagonist der Energiewende. "Urenco spielt eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung zuverlässiger, kohlenstoffarmer Atomkraft. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Bekämpfung des globalen Klimawandels einen ausgewogenen Energiemix erfordert, in dem die Atomenergie eine entscheidende Rolle spielt", lässt sich Schucht anlässlich seiner Berufung in einer Pressemitteilung von Urenco zitieren.

 

Sensible Bereiche

In der Lieferkette der Brennstoffherstellung für Kernkraftwerke vom Uranabbau bis zur Brennstabfertigung ist Urenco mit der Anreicherung des Urans in einem sicherheitspolitischen Schlüsselbereich tätig. Urenco betreibt Anlagen in Deutschland (Gronau), den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Ein Blick auf die Eigentümer verdeutlicht die politisch sensible Struktur des Unternehmens: Ein Drittel der Anteile hält mittelbar die britische Regierung (Enrichment Investments Limited), ein zweites die der Niederlande (Ultra-Centrifuge Nederland Limited). Von deutscher Seite teilen sich der Energiekonzern RWE Power AG und der Kraftwerksbetreiber PreussenElektra GmbH über die Holdiggesellschaft Uranit UK Limited das letzte Drittel. (ik)