Steigende Preise und Gewinnmöglichkeiten im Energiesektor haben zahlreiche kommunale Versorger zu "überregionalen Playern in der Stromwirtschaft" aufsteigen lassen. In einem aktuell veröffentlichten Kurzbericht kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zu dem Schluss, dass sich kommunale Unternehmen zunehmend in direkter Konkurrenz mit privaten Unternehmen in ihrer Position behaupten können. Trotz großer regionaler Unterschiede sieht das IW als arbeitgebernahes Wirtschaftsinstitut diese Entwicklung kritisch.

Demnach ist der Umsatz der kommunalen Unternehmen zwischen den Jahren 2010 und 2014 (als letzter verfügbarer Datenstand laut IW) um rund 17 Prozent gestiegen. Das entspreche einem Umsatz von gut 293 Milliarden Euro. Dabei hat das Wirtschaftsinstitut große Unterschiede in der Bedeutung der kommunalen Unternehmen festgestellt. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen belegen die Spitzenpositionen mit rund 71 und 63 Milliarden Euro Umsatz. Es folgen Bayern und Hessen mit rund 44 und 32 Milliarden Euro.

Das IW sieht diese Entwicklung kritisch und stellt die Frage obenan, warum kommunale Unternehmen sich an Märkten engagieren, die auch ohne "staatliche Eingriffe" funktionieren würden. Ende der 1990er Jahre hatten sich die kommunalen Unternehmen gerade aus dem Strommarkt aufgrund großer Schwankungen zurückgezogen. Mit  steigenden Preisen und Gewinnerwartungen kommen wieder neue Stadtwerke im Zuge der Rekommunalisierung an den Markt zurück. (ik)