Die Rolle der Verteilnetzbetreiber war ein zentrales Thema der 9. VKU-NRW Tagung, einer gemeinsamen Initiative von VKU-NRW und der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, am 20. und 21. September in Zons am Rhein (Dormagen/Rhein-Kreis Neuss).

In welchem Ausmaß und Detail sich die Rahmenbedingungen und Geschäfte der Stadtwerke verändern, darüber konnten sich die rund 40 Teilnehmer der diesjährigen „2. Zonser Gespräche“ nachhaltig informieren. Neben den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann und des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, übernahm die neue NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) an prominenter Stelle den politischen Part.

Kaskadierung im Stromnetzbetrieb

Die zunehmend dezentrale und volatile Erzeugungsstruktur in Deutschland stellt vorrangig die Verteilnetzbetreiber (VNB) vor erhebliche Herausforderungen. Andreas Roß, Vorstand der Thüringer Energie AG in Erfurt, plädierte deshalb in Zons für eine Neudefinition der Rolle der VNBs. Damit es nicht nur im Notfall zu einer reibungslosen Zusammenarbeit der beteiligten Netzbetreiber komme, müssten sich die  VNBs zu "Systemmanagern" entwickeln. Damit einher gehe ein verändertes Rollenverständnis vom sicheren Stromversorger zum komplexen Systemmanager, der neben den Netzebenen, die Verbraucher, die Einspeiser, die Speicher und die E-Mobilität im Blick halte.  Schließlich stünden die rund 800 Netzbetreiber in Deutschland vor der Aufgabe, die Kaskadierung  im Tagesgeschäft umzusetzen. Das bedeute Klarheit über die Kommunikationsprozesse zu schaffen sowie den Austausch der Stamm- und Betriebsdaten sicherzustellen.

Andreas Feicht, Vorsitzender des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) in Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstrich in seinem Vortrag, dass in der nächsten Legislaturperiode "die Rolle der Verteilnetzbetreiber in einer neuen Energielandschaft" auf der Agenda nach oben rücken werde. Markus Moraing, Geschäftsführer des VKU NRW, bemerkte in seiner Analyse des Koalitionsvertrages der neuen NRW-Landesregierung, dass unter dem Punkt "Energieversorgungsstrategie NRW" keine Aussage zur künftigen Rolle der VNBs verzeichnet sei. (ik)