Scannen0009Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser hat sich gegenüber 2010 weiter verschlechtert. Die Quote der Häuser mit erhöhter Insolvenzgefahr stieg von zehn auf 15 Prozent. Um die Investitionsfähigkeit der Kliniken sei es ebenfalls schlecht bestellt. Nur rund die Hälfte der Kliniken erwirtschafte dafür ausreichend hohe Erträge. Zu diesen Ergebnissen kommt unter anderen der achte "Krankenhaus Rating Report" 2012, den das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI/Essen) gestern in Berlin im Rahmen des "Hauptstadtkongress 2012 - Medizin und Gesundheit" vorstellte. Die Kliniken in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft schneiden im Durchschnitt schlechter ab als freigemeinnützige oder private. Eine Ausnahme bilden die ostdeutschen kommunalen Kliniken, die mit nur drei Prozent gegenüber 18 Prozent der westdeutschen im "roten Bereich" liegen.

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Ein weiteres Ergebnis der Studie: Kliniken mit hohem Spezialisierungsgrad stehen signifikant besser dar als die allgemeinversorgenden Häuser. Kleine Krankenhäuser schneiden wirtschaftlich am schlechtesten ab. Der erstmalig untersuchte Zusammenhang zwischen Mangagementstrukturen und dem Rating zeige, dass bessere Führungsstrukturen mit einer besseren Ertragslage einhergingen.

Der Krankenhaus Rating Report basiert auf einer Stichprobe von 705 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2009 von insgesamt 1057 Krankenhäusern und 286 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2010. Das RWI erstellte den Report zusammen dem Institute for Healthcare Business und dem Beratungsunternehmen Accenture. (ik)

(Quelle: RWI)