Die Sorgen die Mittelstands um die Unternehmensnachfolge wachsen. Nach dem heute (3.1.) veröffentlichten Report des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) zur Unternehmensnachfolge 2018, suchen knapp 50 Prozent der Senior-Unternehmer einen Nachfolger, haben 70 Prozent potentieller "Übernehmer" noch nicht den richtigen Chefsessel gefunden. "Das sind Höchststände in der seit 2007 geführten IHK-Statistik", erklärt der DIHK zu den aktuell veröffentlichten Zahlen.

 

Die genannten Daten beziehen sich für den Zeitpunkt der Beratung im Jahr 2017. Insgesamt ließen sich mehr als 6.600 Senior-Unternehmer und über 4.300 Übernahmensinteressierte bei den zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) beraten. Ein Rekordwert sagt die DIHK. Der jüngste Report biete eine Einschätzung zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand und beruhe auf mehr als 23.000 Kontakten von IHK-Experten mit Übergabe- und Übernahmeinteressierten im Jahr 2017.

 

Fachkräftemangel und Bürokratie

Die Umfrage habe gezeigt, dass die nach wie vor nicht geklärten Fragen bei der Anwendung des neuen Erbschaftssteuerrechts weiterhin für große Verunsicherung sorge, erläutert die DIHK. Ein Viertel der potentiellen Nachfolger habe in der Beratung dieses Argument angeführt, wenn es um die familieninterne Stabsübergabe gehe. Entmutigend wirkten auch der Fachkräftemangel und die zunehmende Bürokratie. Als weitere Hürde werden emotionale Schwierigkeiten ins Feld geführt. 36 Prozent der Senior-Chefs hätten Schwierigkeiten ihr Lebenswerk loszulassen.

Positive Aspekte

Als Lichtblicke verzeichnet der DIHK das wachsende Interesse an Themen der Unternehmensgründung, das an der steigenden Zahl von Seminaren und Beratungsterminen abzulesen sei. Auch der Anteil der Frauen, die an einer Unternehmensübernahmen interessiert seien, steige. Er erreichte 2017 den Rekordwert von 26 Prozent. (ik)