Die in Frankfurt ansässige Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) steigt mit "Komuno" in die online-basierte Kommunalfinazierung ein. Mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Helaba Digital und dem Dienstleister Lucht Probst Associates (LPA) ist kürzlich das Joint Venture  "Komuno" entwickelt worden. Die digitale Plattform soll am 3. September 2018 an den Start gehen und Kommunalfinanzierungen an Bankinstitute vermitteln.

Der digitale Marktplatz soll Angebot und Nachfrage "optimal" zusammenbringen. Die Ausschreibungsprozesse sollen sich deutlich vereinfachen, erklären die Initiatoren ihr neues Geschäftsmodell.

Was bevorzugen die Kämmerer?

Seit geraumer Zeit sind verschiedene Onlinefinanzierungsplattformen (FinTechs) auf dem Markt, die sich gezielt dem kommunalen Sektor zuwenden. Dazu zählen beispielsweise Commnex (München) als Partner der niedersächsischen Investitions- und Förderbank (NBank) oder das Schweizer Start-Up Loanboox (Zürich/Köln).

Die im Juli 2018 veröffentlichte jüngste DNK-Kämmererbefragung der Fachzeitschrift "Der neue Kämmerer" zeigt allerdings, dass der Anteil der Kämmerer, die online eine Darlehensfinanzierung gesucht haben, bei sieben Prozent zu verorten ist. Diese Zahl impliziere nicht, dass diese Finanzierung auch tatsächlich zustande gekommen sei, heißt es weiter in der Befragung. Für 53 Prozent der Kämmerer sind FinTechs trotz eines schrumpfenden Kreditangebots keine Option. 47 Prozent äußerten sich konservativ, Finanzierungen auch weiterhin hauptsächlich über die Hausbanken abwickeln zu wollen. Die DNK-Befragung zeigt allerdings auch, dass je größer die Kommune ist, desto offener zeigen sich die Finanzverantwortlichen gegenüber onlinebasierten Verfahren. (ik)