Die neuesten Berechnungen, mit Stichtag zum 31. Dezember 2016, des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden zur kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung bieten das bewährte Bild. Die kreisfreien Städte im Saarland (6.894 Euro), Hessen und Nordrhein-Westfalen (NRW) führen die Statistik auf hohem Schuldenniveau an. Die Kommunen in Bayern (2.295 Euro), Schleswig-Holstein und Sachsen zeigen die geringste Verschuldung.

Die fünf am höchsten verschuldeten kreisfreien Städte befinden sich in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Am höchsten war die Pro-Kopf-Verschuldung am Jahresende 2016 in Darmstadt mit 14 989 Euro, gefolgt von Pirmasens (11 528 Euro), Kaiserslautern (11 384 Euro), Mülheim an der Ruhr (11 034 Euro) und Mainz (10 793 Euro). Vier der fünf am niedrigsten verschuldeten kreisfreien Städte liegen in Bayern. Die Pro-Kopf-Verschuldung im Kempten betrug 375 Euro, in Memmingen 1 416 Euro, in Kaufbeuren 1 474 Euro und in Amberg 1 609 Euro. Auch das niedersächsische Braunschweig (1 559 Euro) weist eine der geringsten Pro-Kopf-Verschuldungen auf.

Kreisebene

Bezieht man jeweils die Verschuldung der kreisangehörigen Gemeinden mit ein, ist auch ein eingeschränkter Vergleich der Landkreise beziehungsweise Kreisgebiete in Deutschland möglich. Die fünf am höchsten Pro-Kopf verschuldeten Kreisgebiete lagen im Saarland mit dem Regionalverband Saarbrücken (9 145 Euro), St. Wendel (6 776 Euro) und dem Saarpfalz-Kreis (6 559) sowie in Rheinland-Pfalz mit dem Landkreis Kusel (7 347 Euro) und in Hessen mit dem Hochtaunuskreis (6 555 Euro). Dagegen stammen die am geringsten verschuldeten Kreisgebiete alle aus Bayern. Pro Kopf ist das Kreisgebiet von Neumarkt in der Oberpfalz mit 509 Euro, von Eichstätt mit 539 Euro, von Landshut mit 661 Euro, von Roth mit 744 Euro und von Dingolfing-Landau mit 759 Euro verschuldet.

Statistischer Hintergrund

Bei der Berechnung der Ergebnisse wurden alle öffentlich bestimmten unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen der Kommunen in Deutschland einbezogen. Dazu gehören neben den Schulden der kommunalen Kernhaushalte auch die Schulden der Extrahaushalte und der sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen die Kommunen unmittelbar oder mittelbar beteiligt sind, einbezogen. Diese werden anteilig entsprechend den Beteiligungsverhältnissen zugerechnet und beinhalten nicht die Haftungsbeziehungen der Kommunen. Unter Berücksichtigung der Eignerkette entsteht ein vollständigeres Bild zur Beurteilung der kommunalen Finanzlage, das zudem (in eingeschränktem Maß) einen interkommunalen Vergleich erlaubt.

Es werden ausschließlich Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich in die Berechnung einbezogen. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute, der sonstige inländische Bereich – wie zum Beispiel private Unternehmen – und der sonstige ausländische Bereich. Schulden von nicht-mehrheitlich öffentlich bestimmten Einheiten beziehungsweise von Einheiten mit Sitz im Ausland werden statistisch nicht erhoben und können daher nicht einbezogen werden. (ik)