rathausconsultRotorblatt1_Foto:_Ingrid_KozanakAuch die Europäische Union (EU) setzt auf erneuerbare Energien und verfolgt mit dem Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan) das ehrgeizige Ziel bis 2050 die CO₂-Emissionen der EU um 80 bis 95 Prozent zu senken. Eine der größten Herausforderungen sind dabei, wie auf den nationalen Ebenen, die natürlichen Schwankungen bei der Energieerzeugung mit Sonne und Wind in den Griff zu bekommen. Ein offiziell am 1. Mai gestartetes europäisches Forschungsprojekt unter Federführung der Professur für Energiewirtschaft der TU Dresden soll nun Handlungsempfehlungen entwickeln, die den Entscheidern in der Politik helfen sollen, den SET-Plan erfolgreich umzusetzen.

(Foto: rc)

In dem Forschungsprojekt „Analyse des europäischen Energiesystems unter Berücksichtigung von Flexibilität und technologischem Fortschritt“ arbeiten Wissenschaftler aus sechs Ländern über einen Zeitraum von drei Jahren zusammen. Sie untersuchen den Status quo der Energieerzeugung und Technologieentwicklung in Europa und analysieren dabei verschiedene Zukunftsszenarien. Die Produktionsschwankungen aus erneuerbaren Energien stehen im Mittelpunkt der Forschung. Die Projektpartner forschen auf den Gebieten techno-ökonomisches Lernen, grundlegende Energiesystem-Modellierung sowie Sozial- und Ökobilanzierung. Um alle Aspekte zusammenzuführen, wird ein innovatives und umfassendes Energiemodellsystem (EMS) entwickelt, das Modelle und Ergebnisse aller Partner miteinander verknüpft. Von den Resultaten erwarten die Wissenschaftler, die komplexen Verbindungen, Interaktionen und Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren und Technologien besser zu verstehen und deren Auswirkungen auf einzelne Teile sowie das gesamte System abzuschätzen. Am Ende sollen daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet werden, um dem Ziel eines kohlenstoffarmen Energiesystems in Europa näher zu kommen.

Die Projektpartner im Einzelnen:

  • TU Dresden, Professur für Energiewirtschaft (Federführung)
  • AGH Wissenschaftlich-Technische Universität Krakau, Polen        
  • ESA² - Energy System Analysis Agency, Karlsruhe
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe  
  • Karlsruher Institut für Technologie         
  • KTH - Königlich Technische Hochschule Stockholm, Schweden
  • TEP Energy Zürich, Schweiz
  • TRT Trasporti e Territorio Mailand, Italien        
  • Universität Utrecht, Niederlande. 

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Programm „Horizon 2020 – LCE21“ mit knapp drei Millionen Euro gefördert. (ik)