Mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von derzeit rund 36 auf 65 Prozent bis 2030 erhöhen könnte, hat aktuell ein Team des Berliner Denk- und Politiklabors Agora-Energiewende zusammengetragen. 

Die rund 60 Seiten umfassende Analyse zeigt auf, wie groß der jährliche Zubau an Erneuerbaren-Energie-Anlagen sein müsste und mit welchen Kosten dieser verbunden ist. Im zweiten Teil listet die Studie in Dutzend Maßnahmen zur künftigen Integration dieser Energien in die Stromnetze auf.

Solarenergie müsste verdoppelt werden

Danach rechnet Agora Energiewende bei der Windkraft mit einem Zubau von mindestens vier Gigawatt, bei der Photovoltaik um fünf Gigawatt. Das Ziel von installierter Leistung der Offshore Windkraft sollte von derzeit 15 auf 20 Gigawatt erhöht werden. Für die Solarenergie bedeuten diese Zahlen eine Verdoppelung der bisherigen Leistung, bei der Windkraft würde der geplante Zubau dem Niveau der vergangenen Jahre entsprechen, so Agora. In Bezug auf die Stromnetze setzt Agora auf eine wesentlich verbesserte Auslastung der bestehenden Netzstruktur. Das sei mit der heute verfügbaren Steuerungstechnik möglich. Beim Bau der großen Nord-Süd-Stromtrassen wird empfohlen, für die Zeit nach 2030 vorzurüsten, indem Leerrohre beziehungsweise zusätzliche Kabel vor Vorrat verlegt werden.

Zur Kostenfrage äußert sich Agora optimistisch. Bis 2030 sei durchschnittlich mit einer Steigerung der EEG-Umlage um 0,4 Cent pro Kilowattstunden gegenüber dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) 2017 zu erwarten.

Studie

Die Studie "Stromnetze für 65 Prozent Erneuerbare bis 2030. Zwölf Maßnahmen für den synchronen Ausbau von Netzen und Erneuerbaren Energien" ist online abrufbar. (ik)