Vorstand und Aufsichtsrat der RWE-Tochter Innogy verzichten unter Verweis auf die unklare Zukunft ihrer Mitarbeiter auf eine Empfehlung zum Übernahmeangebot des Konkurrenten Eon. Aufgrund von nicht-öffentlichen Vereinbarungen zwischen Eon und RWE könne der Angebotspreis insgesamt nicht angemessen beurteilt werden, teilte der Konzern am Donnerstag (10.5.) ein seiner Stellungnahme mit.

Unabhängig von der Höhe des absoluten Angebotspreises, die der Konzern nach vorliegenden Informationen und Beurteilungen der beteiligten Investmentbanken "für angemessen" hält, seien es die weitreichenden Tauschgeschäfte zwischen Eon und RWE, die eine abschießende Bewertung für die Minderheitsaktionäre ausschließen würden. Vor allen Dingen befürchtet der RWE-Konzern einseitige Nachteile für Innogy-Mitarbeiter. Bisher sei in den Gesprächen keine rechtsverbindliche Einigung für den Integrationsprozess erzielt worden. Außerdem berge die lange Vollzugsdauer der Transkation bis Ende 2019 ein erhebliches Risiko.

Eon und RWE hatten im März dieses Jahres vereinbart, die RWE-Tochter Innogy aufzulösen. Im Rahmen der geplanten Transaktion übernimmt Eon knapp 77 Prozent der Innogy-Anteile von RWE. Den freien Aktionären bietet der Konzern 38,40 Euro je Anteilsschein. Die Offerte läuft bis zum 6. Juli 2018.

Der Eon-Konzern geht davon aus, dass bei der RWE-Innogy-Übernahme bis zu 5000 Arbeitsplätze von dann über 70.000 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig rechnet Eon damit, in den kommenden Jahren Tausende neuer Arbeitsplätz schaffen zu können. (ik)