Dass die Sektorenkopplung eine wesentliche Voraussetzung zum Gelingen der Energiewende ist, belegt einmal mehr die aktuelle Studie des Fraunhofer-Instiuts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE).

"Die intelligente Interaktion von Erzeugung und Verbrauch von Energie über die Grenzen der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und stoffliche Nutzung hinweg ermöglicht die Dekarbonisierung und sorgt für ein effizienteres Gesamtsystem", lässt sich das Ergebnis der Studie in einem Satz auf den Punkt bringen. Die Wissenschaftler am Kassler IEE (vormals Fraunhofer IWES) zeigen gleichzeitig auf, welche Hindernisse überwunden werden müssen. Insgesamt habe die Studie gezeigt, dass die Sektorenkopplung eine der Hauptaufgaben bei der weiteren Transformation des Energieversorgungssystems und der Wegbereiter zum Erreichen der Klimaschutzziele sei, lautet das Fazit von Prof. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IEE.

Was sich ändern müsste

Als wesentliche politische Maßnahmen nennen die Autoren:

  • Die Flexibilisierung der Netzentgelte und der EEG-Umlage, um Anreize für die Nutzung vorhandener erneuerbarer Strompotentiale in anderen Sektoren zu schaffen.
  • Ersatz der Stromsteuer durch eine CO2-basierte Besteuerung aller Energieträger, um CO2-arme Versorgungssystem zu fördern
  • Verstärkter Fokus auf die netzdienliche Wirkung von KWK-Anlagen zur Förderung einer flexiblen Betriebsweise.
  • Ausweitung der Anforderungen zur Nutzung erneuerbarer Energien auf den Gebäudebestand und Förderung erneuerbarer Wärmenetze.

Auf technischer Seite werden "faire Wettbewerbsbedingungen zwischen als technologischen Lösungsansätzen" gefordert. Neben dem Abbau von Barrieren für bereits verfübare Technologien sollte nach Auffassung des IEE die Entwicklung besonders systemdienlicher Technologien für eine Übergangszeit durch geeignete Rahmenbedingungen gestärkt werden. Hier haben die Autoren insbesondere die Speichertechnologien und den Ausbau beispielsweise von Wärmenetzen im Blick.

Hintergrund

DIe Studie mit dem Titel "Das gekoppelte Energiesystem" ist vom Fraunhofer IEE und E4Tech im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) erstellt worden. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE in Kassel forscht in den Bereichen Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik. Es ist 2018 aus dem Institutsteil Energiesystemtechnik des Fraunhofer IWES hervorgegangen.


Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES bestand aus den Institutsteilen Windenergie (Nordwest) und Energiesystemtechnik (Kassel) und war 2009 aus dem ehemaligen Fraunhofer-Center für Windenergie und Meerestechnik CWMT in Bremerhaven sowie dem 1988 gegründeten Institut für Solare Energieversorgungstechnik ISET e.V. in Kassel entstanden. (ik)