Wer alte Elektrogeräte gegen neue tauschen möchte, um den Stromverbrauch zu reduzieren, sollte genau nachrechnen. Laut einer aktuellen Studie des Essener RWI - Leibniz-Instituts für WIrtschaftsforschung fehlen mangels smarter Messgeräte genaue Daten über den Stromverbrauch von Kühlschränken oder Waschmaschinen in deutschen Haushalten. Über einen Neukauf sollte mehr als nur der durchschnittliche Strompreis entscheiden.

Grundlage der Studie sind zwei umfangreiche Erhebungen, die zur Ergänzung des Deutschen Haushaltsenergieverbrauchspanels GRECS (German Residential Energy Consumption Survey) vom Berliner Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurden. Sie geben Auskunft über den Stromverbrauch von mehr als 2000 Haushalten in den Jahren 2011 und 2013 sowie über deren Ausstattung mit Elektrogeräten.

Keine genauen Daten

Die Überlegung, auf steigende Strompreise mit Investitionen in neue Haushaltsgeräte zu reagieren, wird oft genug mit dem Argument der Energieeffizienz untermauert. Die Wissenschaftler des RWI machen eine umfänglichere Rechnung auf, als nur auf den aktuellen Strompreis zu schauen. Sie nehmen Lebensdauer der Geräte sowie deren Herstellung in die Strombilanz mit auf und kommen zu dem Schluss, dass sich der Tausch nicht in jedem Fall rechnet. Um letztlich zu einem eindeutigen Ergebnis kommen zu können, seien genaue Daten erforderlich. Die fehlten mangels smarter Messgeräte, so dass vielfach gar nicht bekannt sei, wieviel Strom beispielsweise der zu ersetzende Kühlschrank tatsächlich verbrauchen würde.

Wo wird der Strom verbraucht?

Kühlschränke und Waschmaschinen sind aber keineswegs die einzigen Stromfresser. Eine Ursache für hohen Stromverbrauch in manchen Haushalten machten die Marktforscher am Gebrauch energieintensiver Einrichtungsgegenstände wie Saunen, Wasserbetten oder Solarien fest.

Für Haushalte mit einem mittleren Stromverbrauch wurde festgestellt, dass rund ein Viertel des Verbrauchs zur Kühlung und 15 Prozent für den Betrieb von Computern und Fernsehgeräten genutzt wird. Weitere alltägliche Anwendungen wie Warmwasserbereitung, Beleuchtung, Kochen, Waschen und Trocknen machen jeweils zwischen zwei und sechs Prozent des gesamten Stromkonsums aus. (ik)