Der BDEW sieht eine "immense Belastung unserer Gewässer" durch Medikamente und Nitrate. Nach der Bundestagswahl müsse die neue Bundesregierung eine Arzneimittel-Strategie umsetzen, forderte BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand auf der heute (11.9.) beginnenden Wasserwirtschaftlichen Tagung in Berlin.

Der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) schlägt Alarm, weil der Medikamentenkonsum aufgrund des demografischen Wandels bis 2045 um bis zu 70 Prozent ansteigen könnte. Hinzu komme der wachsende Arzneimitteleinsatz in der Landwirtschaft. Hauptgeschäftsführer Weyand bezog sich dabei auf Ergebnisse einer aktuellen Studie,die Civity im Auftrag des BDEW durchgeführt hat.

Verursacherprinzip

Zudem müsse die Umweltpolitik die Verursacher stärker in den Blick nehmen. Weyand: "Wer zur Verschmutzung der Gewässer beitragt, muss auch die Kosten für den erhöhten Reinigungsaufwand tragen." Die Verordnung der Stoffstrombilanzu, die der Bundesrat in der kommenden Woche verabschieden wolle, reicht nach Darstellung des BDEW für eine "Trendwende" nicht aus. Stattdessen fordert der Verband, dass überall dort, wo der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten werde, ein Düngestopp erteilt werden. Der BDEW hat gemeinsam mit neun Umweltverbänden und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einen Petition verfasst. (ik)