Die Schleswiger Stadtwerke haben nach einem Bericht der Schleswiger Nachrichten einen traditionsreichen Handwerksbetrieb aus dem Sanitärbereich übernommen. Nach der Beteiligung an der Firma Solar Technik Nord (stn) sei dies bereits der "zweite Griff des Schleswiger Versorgers in ein fremdes Metier" schreibt die Zeitung in ihrer Ausgabe vom 30. August 2017.

Stadtwerke-Chef Wolfang Schoofs wolle das Unternehmen breiter aufstellen. Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft sehen das anders und fürchten eine Wettbewerbsverzerrung. Auf der Web-Seite stellen sich die Schleswiger Stadtwerke als Verbund vier kommunaler Unternehmen vor. Über die Beteiligung bei der Solar Technik Nord sowie über die Übernahme des Familienunternehmens Richter KG (Schleswig) ist keine offzielle Unternehmensmitteilung zu finden.

Hintergrund:

Am 10. Juni 2016 hat der Landtag in Schleswig-Holstein das Gesetz zur Stärkung der Kommunalwirtschaft beschlossen. Das Gesetz erweitert die wirtschaftlichen Betätigungsmöglichkeiten der Kommunen. Vertreter der kommunalen Energiewirtschaft und des Handwerks hatten im Vorfeld zu dem Gesetz eine Marktpartnervereinbarung getroffen. Dieses Gesetz mache keinen Heizungsinstallateuer arbeitslos, hatte im vergangenen Jahr Landesinnenminister Stefan Studt anlässlich des Beschlusses erklärt. Vielmehr würden den Stadtwerken und dem Handwerk die erforderlichen Spielräume eröffnet, um den neuen Markt der Energiedienstleistungen zu erschließen. (ik)