2009 betrug die maximale Länge eines Rotorblattes für eine Windkraftanlage 62,5 Meter. Heute sind Rotorblätter mit über 100 Metern Länge im Einsatz. Auch die müssen getestet werden. Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) in Bremerhaven betreibt solche Prüfstände. Ende 2019 soll ein neuer Teststand errichtet werden, auf dem auch Rotorblätter mit einer Länge von mehr als 100 Metern geprüft werden können. 

Nach Angaben des IWES wird ein elf mal elf Meter großer Prüfblock das Herzstück der neuen Anlage bilden, der sich an künftig steigende Blattlängen anpassen lässt. Darüber hinaus biete der Prüfstand auch die Möglichkeit, Segment- und Komponententests durchzuführen. Das sei ein Novum in der Windindustrie. Neben den hohen Lasten, die bei einer Ganzblattprüfung auftreten, sei auch die Prüfdauer bei sehr großen Blättern eine Herausforderung. Nicht alle Bereiche eines Rotorblattes könnten detailliert untersucht und statistisch abgesichert abgebildet werden. Die neuen Prüfvorrichtungen und -verfahren für Komponenten und Segmente, beispielsweise der Hinterkante eines Blattes, sollen diese Lücke schließen. 

 

"Große, unabhängige Prüfstände sind ein wichtiger Baustein für unsere Entwicklungen von Offshore-Windenergieanlagen der nächsten Generation. Neue Konzepte wie die experimentelle Prüfung von Komponenten und Segmenten sind daher extrem interessant für uns", bestätigt Flemming Klocker Grave, Senior Project Manager bei Vestas, eines der weltgrößten Hersteller von Windkraftanlagen mit Sitz im dänischen Aarhus. (ik)