Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert die Politik auf, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken. Zur Begründung führt der Verband an, dass Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis seit 2006 für alle Stromkunden um 110 Prozent gestiegen sei.

Der Anteil der staatlichen Abgaben am Haushaltskunden-Strompreis betrage inzwischen mehr als 54 Prozent. Netzentgelte machen laut BDEW knapp 25 Prozent, Strombeschaffung plus Vertrieb schlagen mit gut 21 Prozent zu Buche. Das führt zu dem Effekt, dass zwar auch der Stromverbrauch im Berechnungszeitraum um fünf Prozent gestiegen ist, sich die Einnahmen aus der Strom- und Umsatzsteuer jedoch mehr als verdoppelt haben. Daher der Appell an die Politik, die Verbraucher über die Senkung der Abgaben beim Strompreis zu entlasten.

Gleichzeitig fordert der Verband eine Entlastung der Industrie. Die dort erhobene besondere Ausgleichsregelung für die Industrie bei der Umlage durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollte danach künftig über Steuern finanziert werden.

Preisentwicklung

Das Verbraucherportal Verivox hat den bundesweiten Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde Strom für das laufende Jahr mit 27,64 Cent ermittelt. Steuern, Abgaben und Umlagen nehmen 15,69 Cent je Kilowattstunde ein. Das entspricht einem Anteil von 57 Prozent. Laut Verivox war im vergangenen Jahr Strom für private Verbraucher in Deutschland am teuersten. Nur in Dänemark liegt der Staatsanteil (69 Prozent) höher. EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich (36 Prozent), Großbritannien (28 Prozent) und die Niederlande (26 Prozent) liegen beim Anteil der staatlichen Preisbestandteile deutlich niedriger. (ik)