Die Unternehmen in Deutschland zeigen Unzufriedenheit mit dem Status quo der Energiewende. Laut "IHK-Energiewende-Barometer 2018", das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kürzlich veröffentlicht hat, fordern zwei Drittel der Unternehmen eine zügige Entlastung der Wirtschaft bei den Energiekosten.

"Die Stimmung zur Energiewende ist gekippt. Die Unternehmen sehen inzwischen mehr Risiken als Chancen in der Energiewende", so das Fazit von DIHK-Präsident Eric Schweitzer gegenüber dem "Handelsblatt" (Ausgabe vom 8.10.). Die Akzeptanz schwinde vor allen Dingen wegen steigender Energiekosten, die in erster Linie der Mittelstand trage. In keinem EU-Land seien die Strompreise für mittelständische Industriebetriebe höher als hierzulande, kritisierte der DIHK-Präsident.

"Der akutell diskutierte Ausstieg aus der Kohleverstromung wird zu weiteren Kostensteigerungen führen", warnte Schweitzer. Das gelte besonders für die vom Braunkohleausstieg betroffenen Regionen, die auf die Ansiedlung von Zukunftstechnologien, wie der Batteriezellenfertigung oder Verarbeitung von Carbonfasern, hoffen würden. Hohe Stromkosten würden den angestrebten Strukturwandel noch schwieriger gestalten.

Deshalb sprach sich der DIHK-Präsident für eine zügige Entlastung der Wirtschaft aus. Laut Online-Erhebung zum Energiewende-Barometer, an der sich knapp 2.200 IHK-Mitgliedsunternehmen beteiligten, fordern zwei Drittel eine solche Entlasung bei den Energiekosten. Als "guten Weg dafür" schlug Schweitzer vor, einen großen Teil der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. (ik)