In zahlreichen Städten fehlen Wohnungen. Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind im ersten Quartal 2018 weniger Baugenehmigungen erteilt worden im Vergleich zum Vorjahr. Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen.

Wie Destatis weiter mitteilt, ist von Januar bis März 2018 der Neubau von 77.800 Wohnungen genehmigt worden. Das sind 1,7 Prozent oder 1300 Genehmigungen weniger als im ersten Quartal 2017. Der Grund dafür ist der deutliche Rückgang beim Bau von Wohnungen in Wohnheimen. Die sinkende Nachfrage nach Flüchtlingsunterkünften drückte die Zahl der Genehmigungen um knapp 43 Prozent (von 2017: 5264 auf 2018: 3005).

Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern

Ohne Berücksichtigung der Wohnheime ist die Zahl der Baugenehmigungen um 1,2 Prozent angestiegen. Allein die Genehmigungen für den Neubau von Mehrfamilienhäusern stiegen um 4,7 Prozent. Eigentumswohnungen verbuchen in dieser Kategorie ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2017: 17407 Baugenehmigungen; 2018: 18181). Bei Einfamilienhäusern und Zweifamilienhäusern sank die Quote um zwei und 2,7 Prozent.

Bauordnungsrechtliche Hindernisse blockieren Neubauzuwachs

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) kristisierte die neue Statastik, die sinkenden Baugenehmigungszahlen zeugten "von Versäumnissen der Politik aus den vergangenen Jahren". 60 Prozent der 1600 befragten Mitgliedsunternehmen hätten angegeben, dass sich im letzten Jahr die politischen Rahmenbedingungen weiter verschlechtert hätten, kommentierte BFW-Präsident Andreas Ibel die Zahlen aus Wiesbaden. Administrative und bauordnungsrechtliche Hindernisse, der Mangel an Baugrundstücken und Fachkräften seien die größten Investitionshürden.

Das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel der Bundesregierung 375.000 Wohnungen neu auf den Markt zu bringen sieht der Verband unter den gegebenen Bedingungen gefährdet. Hier wird die Zahl der Baufertigstellungen auf 250.000 Wohneinheiten geschätzt. (ik)