Fast alle Städte und Gemeinden in Deutschland (91 Prozent) schätzen die Potentiale der Digitalisierung und den zu erwartenden Mehrwert als hoch oder sehr hoch ein. Aber nur zehn Prozent der Kommunen bewerten ihren Status quo auf dem Weg zur "Smart City" mit der Note "gut". So lautet  das Fazit der Umfrage "Zukunftsradar Digitale Kommune", deren Ergebnisse der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) heute in Berlin (7.3.) präsentierte.

Gemeinsam mit dem Institut für Innovation und Technik (iit) hat der DStGB die Umfrage entwickelt. "Die Ergebnisse dieser breit angelegten Befragung machen deutlich, dass Städte und Gemeinden sich der Zukunftsaufgabe Digitalisierung stellen", erklärte der DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Prof. Volker Wittphal mahnte vonseiten des Instituts an: "In der nächsten Zeit gilt es vor allem, die Digitalisierung in Kommunen als strategisches Thema zu etablieren".

Eine starke Aufgabe, wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen: So fühlen sich gut die Hälfte der Kommunen nicht ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet. Gut ein Drittel bewerten ihren Digitalisierungsstand als schlecht oder sogar sehr schlecht.

Handlungsbedarfe

Den größten Handlungsbedarf sehen die Kommunen beim Thema Brandbandausbau (47 Prozent), bei der Frage der der Finanzierung bevorstehender Aufgaben (38 Prozent) und bei der Personalausstattung (38 Prozent). Drei von vier Kommunen schätzen den Finanzierungsbedarf als "hoch" oder "sehr hoch" ein. Landsberg fordert in diesem Zusammenhang die Unterstützung von Bund und Ländern. Wittpahl sieht auch die Kommunen in der Pflicht. "Ein ganzheitlicher strategischer Ansatz, bei dem die Digitalisierung bereichsübergreifend vorangetrieben wird, scheint akutell noch eher die Ausnahme zu sein", gibt er den Stadtoberen als Statement mit auf den Weg.

Hintergrund zur Umfrage

Am „Zukunftsradar Digitale Kommune“ beteiligten sich insgesamt 450 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland. Dabei stellte die Gruppe der Kommunen zwischen 10.000 und 50.000 Einwohner die mit Abstand größte Teilnehmergruppe. Die Umfrage wurde online durchgeführt und soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um ein Bild über den Prozess der Digitalisierung in deutschen Kommunen zu zeichnen. Initiatoren der Umfrage waren der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. (ik)

 

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