Wenn von Smart Energy die Rede ist, gelangen selten Wortmeldungen von Kunden in die Öffentlichkeit. Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) hat Ende Februar zusammen mit der Plattform co2online eine Studie herausgebracht, die diesem Schweigen ein Ende bereitet. Die Studie "Smart Energy in Deutschland" gibt den Kunden eine Stimme. Sie ist Teil des von der Innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft geförderten Forschungsprojektes "Nutzerinnovationen für Smart Energy".

Matti Große, Ko-Autor der Studie, erklärte, dass sich viele Menschen aktiv für das Thema interessieren würden, aber mit dem aktuellen Angebot an Smart Energy-Lösungen und Produkten unzufrieden seien. Laut weiteren Ergebnisse der Studie wünschen sich 85 Prozent der Befragten weitere innovative Lösungen im Bereich Smart Energy.

Die Studie basiert auf einer Online-Befragung unter mehr als 1650 "Energie-interessierten Menschen", die im Sommer 2017 erfolgte. Knapp 30 Prozent der Befragten nutzen danach Smart Energy Produkte, vorrangig um den eigenen Stromverbrauch zu kontrollieren. Darüber hinaus spielen nach Angaben der Autoren berufliches und technisches Interesse eine wesentliche Rolle.

Nutzerinnovationen

Dass die Produzenten von Smart Energy Lösungen umgekehrt die Nutzer als Pool für die Verbesserung ihrer Produkte nutzen könnten, legen die Forscher ebenfalls in ihrer Studie dar. So geben 42 Prozent der Befragten an, dass sie mindestens eine eigene Idee im Kontext mit Smart Energy Technologien innerhalb der letzten drei Jahre gehabt hätten. Unter den aktiven Nutzern sind es sogar 69 Prozent. Als Grund für den privaten Forscherdrang wird die Lösung eines eigenen Energieproblems angegeben.

Das HIIG schlägt deshalb offene Plattformen und Entwicklerumgebungen vor, so dass die individuelle Idee einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Diese offenen Ökosysteme würden allerdings nur funktionieren, wenn Standards harmonisiert und Datenschnittstellen geschaffen würden. Matti Große sieht an dieser Stelle "die Notwendigkeit, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten", um einerseits die nötigen regulatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, aber auch, um die technische Infrastruktur bereitzustellen.

Hintergrund HIIG

Das 2011 gegründete HIIG zielt darauf ab, die dynamische Beziehung von Internet und Gesellschaft zu erforschen. Es soll ein tieferes Verständnis des Zusammenspiels von soziokulturellen, rechtlichen, ökonomischen und technischen Normen im Digitalisierungsprozess erlangt und damit eine fundierte, sachliche Grundlage für den Dialog der verschiedenen Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. (ik)

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